Archiv für Oktober 2010

Aktionstage in Freiburg: Der Samstag

Am 16. Oktober gingen in Freiburg die Freiraum-Aktionstage mit einem Kundgebungsmarathon weiter. Erste AktivistInnen versammelten sich gegen 14:00 im alternativen Quartier „Grün“. Im teilweise strömenden Regen und unter intensiver Überwachung verlief der fünfstündige Kundgebungsmarathon friedlich.

In der Nacht auf den 16.Oktober gab es unter anderem eine Scheinbesetzung in der Goethestraße 43, die bereits im Sommer besetzt und wenige Stunden später wieder geräumt worden war. Wütende Autonome warfen in der Nacht Farbeier auf die Polizeiakademie in der Lörracherstraße, Polizeifahrzeuge und auf die Deutsche Bank am Polizeirevier Nord.

Die Bullen beklagten gegenüber der Presse, dass sie im Laufe der Reclaim-the-Streets auf der Kaiser-Joseph-Straße gestern Nacht mit Pyrotechnik und Flaschen beworfen worden seien. 150 Leute hatten in den späten Abendstunden nach der beendeten „Z“-Besetzung gegen die Arroganz der Stadtverwaltung demonstriert.

Richtig los ging es am Samstag gegen 15:00, als die anarcho-syndikalistische Freie ArbeiterInnen Union (FAU) mit Redebeiträgen zu „Wohnen im Kapitalismus“ und „Leiharbeit“ am Bertoldsbrunnen startete. Danach machte die AJZ-Initiative Epsilon mit einem Aktions-Theater auf ihr Anliegen, das ehemalige „Z“ unter dem Siegesdenkmal wiederzubeleben, aufmerksam.

Gegen 16:00 gab es am Rathausplatz Redebeiträge der Wagenburgen „Schattenparker“ und „Kommando Rhino“ deren Mieteverträge beziehungweise Duldung im Sommer 2011 auslaufen.

Um etwa 17:00 startete eine spontane Demo mit Sambaband vom Bertoldsbrunnen aus in Richtung Polizeirevier Nord.

Im stärker einsetzenden Regen versammelten sich dort gegen 18:00 etwa 80 Linke, um Redebeiträgen gegen Polizeigewalt, Repression gegen TierrechtsaktivistInnen und Bildungstreikende zu lauschen. Dabei wurde aus aktuellem Anlass besonders die Gewalt gegen Stuttgart21-GegnerInnen thematisiert. Aber auch die international ausufernde Repression auf Demonstrationen und Kundgebungen, sowie die Abschiebepraxis der EU standen im Mittelpunkt.

Die Sambaband füllte lautsark die Pausen zwischen den Beiträgen. Nach einer knappen Stunde in Nähe der vor dem Revier massiv präsenten Polizei, gab es noch eine spontane Demonstration über den Bertoldsbrunnen und die Gartenstraße zum Autonomen Zentrum KTS, wo warmes Essen und trockenen Klamotten auf die Leute warteten.

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Pressespiegel zu den Aktionstagen

Wird laufend aktualisiert…

11. Oktober 2010

Warum stehen in Freiburg 900 Wohnungen leer? (fudder.de)

14. Oktober 2010

Aktionstage in Freiburg starten mit Hausbesetzung (Indymedia Linksunten)
Polizei verhindert Hausbesetzung in Haslach (Badische Zeitung)
Polizei beendet Hausbesetzung in Haslach (fudder.de)

15. Oktober 2010

Hausbesetzung in Haslach: Der Tag danach (fudder.de)
Hausbesetzung in Freiburg-Haslach verhindert (TV Südbaden)
Freiraumaktionstage starten mit Besetzung und Repression (Radio Dreyeckland)
Aktionstage und Radrallye zur Wohnungssituation in Freiburg (Radio Dreyeckland)
1. Freiburger Mieten-Stopp-Fahrradrallye (Indymedia Linksunten)
Polizei und Stadt reagieren mit Stadtverboten auf die Aktionstage (Indymedia Linksunten)
Freiburg: Besetzung des Z (Indymedia Linksunten)
Linke Aktionstage zu Wohnungsnot (Badische Zeitung)

16. Oktober 2010

Ehemaliges Jugendzentrum „Z“ kurzzeitig besetzt (Badische Zeitung)
Linke Aktivisten besetzen das Z (fudder.de)
Ruhiger Samstag der linken Aktionstage (Badische Zeitung)
Aktionstage in Freiburg: Der Samstag (Linksunten)

17. Oktober 2010

Kurze Besetzungen, großes Polizeiaufgebot (Badische Zeitung)
Drei Tage Autonome gegen Polizei (Der Sonntag)
Hausbesetzer vertrieben (Stuttgarter Zeitung)

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Kontrollverlust jetzt auch bei Twitter!

Wir haben nun auch einen Twitter-Account, wo ihr jederzeit das neuste rund um die Freiraumaktionstage findet.

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Aktionstage starten mit Hausbesetzung

Heute Abend wurde im Rahmen der ultimativen „Wir haben in der Nacht auf den…“-Tage und der Freiraumkampagne Plätze.Häuser.Alles die Freiligrathstraße 99 besetzt. Ca. 40 Leute sind gegen 21 Uhr in Haus. Dort gibt es zur Zeit jetzt „Küche für alle“ und Musik, in der Nähe des Hauses bringt sich gerade eine Hundertschaft der Polizei in Stellung.

Damit soll der Kritik am herrschenden System Kapitalismus und der davon geprägten Wohnungspolitik Nachdruck verliehen werden. So kann schon allein der Fakt, dass Menschen auf der Straße leben, während allein in Freiburg über 900 Wohnungen leer stehen nicht einfach vergessen werden. Leider ist dies jedoch Realität, da innerhalb des momentanen Systems Kapitalismus eben nicht die Bedürfnisse der Menschen der Maßstab für alles Handeln sind, sondern Konkurrenzdenken, Leistungsdruck und die Verwertbarkeit von allem, was unser Zusammenleben prägt. Deswegen werden auch Häuser nicht nach ihrem eigentlichen Sinn genutzt, nämlich dass Menschen darin leben und ein Dach über dem Kopf haben können, sondern nach ihrem Wert, der durch den Vergleich am sogenannten Markt zu Stande kommt. Auf diese Weise sollen möglichst hohe Profite erwirtschaftet werden. Innerhalb dieser Logik kann das Grundbedürfnis nach Wohnen also nur gestillt werden, wenn genug finanzielle Mittel vorhanden sind. Dadurch werden automatisch Menschen mit weniger Eigenkapital von der Möglichkeit ausgeschlossen, sich ihre Wohnverhältnisse selbst zu gestalten, sondern sind stattdessen abhängig von der Situation des Marktes.

Es wird also deutlich, dass durch die Wohnungspolitik innerhalb der momentanen Logik die Bedürfnisse von viele Menschen übergangen werden, weil lediglich die Profitmaximierung den momentanen Handlungsmaßstab darstellt.

Eine Besetzung bietet die Möglichkeit, ein Haus entsprechend seines eigentlichen Sinnes zu nutzen und dem Grundbedürfnis Wohnen nachzugehen, vor allem auch für Menschen, die die hohen Mieten schlicht nicht bezahlen können.

Gegen Mieten und Wohnungsleerstand!
Kostenloser Wohnraum für alle!
Kapitalismus überwinden!

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Infrastruktur

Infopunkt
Der Infopunkt wird im Infoladen der KTS sein und ist ab Donnerstag 12 Uhr geöffnet. Dort wird auch die Pennplatzbörse sein, falls ihr noch keinen Schlafplatz habt. Weiterhin kann sich dort über Aktionen, die noch laufen sollen oder schon laufen informiert werden. Eine Infowand, auf der Vorschläge für Workshops o.ä., aber auch Ärgernisse, Ergänzungen und so weiter öffentlich gemacht werden können, wird ebenfalls am Infopunkt bereit stehen.
Natürlich kann einfach auch bei kalten Getränken und einem guten Buch entspannt werden.

Falls der Infopunkt gerade zu weit weg ist, gibt’s natürlich auch ein Infotelefon:
0761/4002096

Essen
Wie beim Freiraumkongress wird es wieder ein Zelt bei der KTS geben, wo genug Infrastruktur für die Zubereitung köstlicher Mahlzeiten da sein wird. Dass geplante Küfas soweit laufen wird natürlich auch auf Mithilfe und Eigenverantwortlichkeit gesetzt. Dafür wird es eine Liste geben wo sich eingetragen kann, auf dass Schnibbeln und kochen nicht nur auf einige wenige zurückfällt, die auf Grund dessen keine Zeit mehr für andere Aktionen haben.

Kontakt: volxkuechefreiburg.blogsport.de

Antirep-Strukturen
Der Ermittlungsausschuss ist eine Gruppe AktivistInnen, die gegen
staatliche Repression agieren. Wir unterstützen Linke, die Stress mit
Bullen haben, politisch und materiell.

Die aktuelle EA Nummer, um Verhaftungen und sonstige Fälle von
Repression zu melden, für Freiburg ist seit Jahren:
0761 – 409 72 51

Während der Aktionstage werden wir am Freitag, den 15. Oktober 2010,
rechtliche Tips zu Demos, Aktionen, etc geben. Auch für den Fall, dass
ihr direkt staatlicher Repression ausgesetzt werdet, haben wir einige
Infos parat. Die Veranstaltung findet ab 16 Uhr im Polytechnico des
Besetzten Haus in der Gartenstrasse 19 in Freiburg statt.

Weitere Infos, Kontakt und Sprechstunde : www.kts-freiburg.org/ea

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