Archiv der Kategorie '11. Juli 2009'

Presseerklärung zur Freiburger Anti-G8 Demonstration am 11. Juli

Am 11. Juli wird es, am Tag nach dem G8-Gipfel in den italienischen Abruzzen, eine unangemeldete antikapitalistische Demonstration in Freiburg geben. Beginn ist um 17 Uhr am Schwabentor/ Oberlinden. Im Vorfeld des Gipfels gab es in Italien Aktionen und Großdemonstrationen. Mehrere 10.000 Menschen beteiligten sich an den Protesten in Turin, Rom, Vicenza und l‘Aquila.

„Die internationale Solidarität wird auch durch dezentrale Mobilisierungen sichtbar, am 4. Juli demonstrierten etwa 700 Leute in Berlin unter dem Motto „Quake-G8 – We are your crisis!““, so Rudolph Hauke von der G8-kritischen Reisegruppe. Vivienne Milada vom Aktionsbündnis Kontrollverlust: „Mit der Freiburger Demonstration wollen wir uns mit den antikapitalistischen Kämpfen in Italien und überall solidarisch zeigen.“

Leider drängt sich auch das Thema Repression täglich mehr auf. In Italien wurden zwei Anarchisten verhaftet, die Hakenkrallen-Anschläge auf Bahnlinien geplant haben sollen. Es gab dutzende Hausdurchsuchungen bei Anti-G8-AktivistInnen in ganz Italien.

Wir wollen auch bei uns in Freiburg auf die Dringlichkeit der Überwindung dieses ausbeuterischen Systems lautstark und entschlossen hinweisen. Zum Motto „Kapitalismus überwinden“ sagt Milada, Aktivistin des Demonstrationsbündnisses: „Für mich bedeutet das: Selber machen, alles in Frage stellen und unsere Kritik an der Entwicklung der Städte und der Behandlung der Erde anwenden. Das heißt auch, Initiativen zur Abrüstung, Chancengleichheit und Staatskritik zu unterstützen.“

„Das Ziel ist es neue Modelle antihierarchischer, gesellschaftlicher Selbstverwaltung zu erschaffen, bereits erkämpfte Freiheiten zu verteidigen und sich jeglichen Einschnitten entschlossen entgegen zu stellen.“ meint der Kontrollverlust-Aktivist Augustin Pinkepank.

Egal ob G8, G20 oder EU, das Problem ist: Sie verharmlosen die Ausbeutung von Mensch und Natur ungeachtet vielseitiger Kritik und verkaufen Unterdrückung als Freiheit.

In den westlich geprägten Industriestaaten herrscht eine Scheinfreiheit auf Bewährung, je nach Klassenzugehörigkeit und Herkunft. In den ärmeren Staaten schwinden die Lebensgrundlagen: Umwelt und Ernährung fallen der exzessiven Ausbeutung durch die globale Marktwirtschaft zum Opfer. Auch der Zugang zu Bildung bleibt wenigen vorbehalten.

Erst aus diesen Verhältnissen entstehen Flucht und Migration. Die Antwort der Verursacher ist die Abriegelung der Grenzen. Die Festung Europa wird von privaten Grenzschutzorganisationen, wie z.B. Frontex, gesichert, das Asylrecht wird allmählich abgeschafft.

Augustin Pinkepank zur bevorstehenden Demonstration: „Am Samstag werden wir unseren vielfältigen Protest auf Freiburgs Straßen tragen und eine Überwindung von Kapitalismus und Ausbeutung fordern, die längst überfällig ist“.

Außerdem möchten wir auf die Veranstaltung „10 Jahre nach Seattle – Wie weiter mit Gipfelprotesten?“ von „friends of dissent! Berlin“ und „dissent!-Paris“ hinweisen: Diese findet am 10. Juli ab 19:30 Uhr der KTS, Basler Straße 103 statt.

Mit freundlichen Grüßen,

Bündnis Kontrollverlust Freiburg, 5. Juli 2009

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Bei Rückfragen bitte eMail an: kontrollverlust [at] riseup.net

Webblog: http://kontrollverlust.blogsport.de

Mehr Infos zum G8-Gipfel: http://gipfelsoli.org/Home/L_Aquila_2009

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10 Jahre nach Seattle…

…wie weiter mit den Gipfelprotesten?


Flyer: Vorderseite | Rückseite

Turbulente 10 Jahre sind seit den Protesten gegen die WTO 1999 vergangen: Gipfeltreffen vo EU, G8, NATO, IWF wurden blockiert, angegriffen, belagert. Acht Jahre nach Genua 2001 fand wieder ein G8-Gipfel in Italien statt.

Zeit, sich die Gipfel-Mobilisierungen in Ruhe anzuschauen und auch Kritik daran zu reflektieren. Zumal im Herbst, exakt 10 Jahre nach Seattle, wieder eine WTO-Konferenz in Genf abgehalten werden soll. 2011 wollen sich die G8 wieder in Frankreich treffen; der Widerstand dagegen formiert sich bereits.

Ausgehend von der frischen Erinnerung an London, Strasbourg und L-Aquila 2009 wollen wir Perspektiven für zukünftigen Widerstand, aber auch internationale Vernetzung entwickeln.

Veranstaltungen wie heute in der KTS werden fortan ein Jahr lang in verschiedenen Ländern organisiert. Ergebnisse der Diskussionen werden auf den Webseiten http://dissent.fr und www.gipfelsoli.org veröffentlicht. 2010 soll diese -linksradikale consulta- auf einem internationalen Treffen ausgewertet werden.

10. Juli 2009 | 19:30 Uhr | KTS Freiburg, Basler Str. 103
Keine Parkplätze vorhanden!

Eine Veranstaltung von „dissent! Paris“ & „friends of dissent! Berlin“

www.gipfelsoli.org
www.dissent.fr

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Bildungspolitischer Aufruf

Die Bildungspolitische Aktion hat einen Aufruf verfasst, welchen ihr hier lesen könnt.

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Mobi-Jingle

Auf linksunten.indymedia.org wurde ein Mobi-Jingle veröffentlicht. Zieht ihn euch rein, ladet ihn runter und verbreitet ihn!


Download mp3, 1,46MB

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PM: Antikapitalistische Demonstration am 11. Juli in Freiburg

Am 11. Juli 2009 wird es um 17 Uhr am Schwabentor in Freiburg eine antikapitalistische Demonstration gegen den in Italien stattfindenden G8-Gipfel geben. Das Motto der Demonstration lautet „Kapitalismus überwinden – die falsche Freiheit auf der Strecke lassen!“.

Die Demonstration des „Bündnis Kontrollverlust“ wird – zur Vermeidung individueller Repression, Verachtung von Stellvertretungspolitik und versammlungsfeindlichen Gesetzen – unangemeldet durch die Freiburger Innenstadt ziehen. Dennoch werden wir während der Demo versuchen, eine Strecke mit der polizeilichen Einsatzleitung auszuhandeln. Diese Kommunikation wird für alle TeilnehmerInnen transparent gemacht.
Wie üblich ist ein völlig unverhältnismäßiges Großaufgebot hunderter PolizistInnen zu erwarten. „Abgesehen von der physischen und psychischen Repression gegen uns, erschweren diese Massenaufmärsche bewaffneter Leute in Uniform immer die Vermittlung unserer politischen Inhalte“, sagt hierzu Augustin Pinkepank vom Bündnis Kontrollverlust.

Aus diesem Grund wird für ein „out-of-control“-Konzept mobilisiert. Alexandra Controletti, langjährige G8-Gegnerin: „Das heißt, dass die antikapitalistischen Demonstration durch dezentrale Aktionen ergänzt wird, um sicherzustellen, dass die Bevölkerung unsere Inhalte trotz polizeilicher Einschließung wahrnehmen kann“.

Anlässlich der Krise wurde immer wieder auf die Straße gegangen. Hierbei wird jedoch oft sehr verkürzt argumentiert: Einerseits geht es um den Standort und die „Arbeitenden der Nation“, andererseits sollen „böse (fremde) ManagerInnen“ die Wurzel allen Übels sein. Sicherlich ist Gier keine Qualität, jedoch gilt es das System als Ganzes zu überwinden und neu zu erfinden. Dabei hilft das Anprangern Einzelner genau so wenig wie das Appellieren an die Nation und „die Mächtigen“.

Die Politik der G8 als Zusammenschluss der „erfolgreichsten“ Ausbeuter-Staaten der Welt ist dennoch ausschlaggebend für die globalen Entwicklungen. Offensichtlich steht hierbei nicht das Wohl der Menschen im Mittelpunkt: Keines der Probleme, welche die Globalisierungs-kritische Bewegung in den letzten 20 Jahren immer wieder massiv zur Diskussion stellte, wurde annähernd bewältigt.

Im Gegenteil: „Vielmehr wird der Kapitalismus mit allen Mitteln und unter dem extrem gewalttätigen Deckmantel demokratischer und freiheitlicher Bestrebungen global durchgesetzt“, meint Julien Rougezone vom Demonstrationsbündnis. Die Vernetzung und der Ausbau so genannter „Sicherheitsarchitekturen“ sollen die präventive Aufstandsbekämpfung im „Inneren“, Migrationskontrolle an den Grenzen und Krieg zur Resourcensicherung im „Äußeren“ erleichtern.

Gegen diese herrschenden Verhältnisse und die absurde Politik der „Volksvertreterinnen und Volksvertreter“ werden wir am 11. Juli in Freiburg lautstark auf die Straße gehen.

Mit freundlichen Grüßen,

Bündnis Kontrollverlust am 28. Juni 2009

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