Out of control …die falsche Freiheit auf der Strecke lassen!

Um unseren Protest auch trotz Polizeikessel äußern zu können, rufen wir auf, einerseits als Demo aufzutreten, jedoch auch dezentral zu agieren. Kleingruppen überlegen sich vielfältige Aktionen, die in kleinen Versammlungen, parallel zur eigentlichen Demonstration durchgeführt werden.
Seid kreativ und mobil! Es gibt auch einen Treffpunkt für FahrradfahrerInnen: 11. Juli um 18 Uhr an der Johanneskirche.

Auf linksunten.indymedia.org findet ihr einen Artikel zur Bezugsgruppenbildung.


„Montag, 18 Uhr, Demo gegen den NATO-Gipfel. Ich bin gekommen, um meinen politischen Willen zu äußern. Am Bertoldsbrunnen sehe ich viele Leute, bunte, nicht bunte, alte, junge, ein paar Polizisten, gute Stimmung. Es geht los und zack, nach 50 Metern gestoppt, aus den Gassen strömen unzählige behelmte und vermummte Einsatzkräfte und schon ist die Demo wieder von zwei Reihen Polizei umschlossen, schon wieder. Jetzt heißt es wieder betteln, wenn ich mal aufs Klo muss. Bloß nicht zu laut skandieren, der Polizist nebenan hat schon geschaut. Wie gern würde ich die Redebeiträge verstehen – ach so, Zimmerlautstärke ist die Demoauflage. Scheiße, da hab ich mich wohl etwas zu deutlich aufgeregt, der Polizist neben mir hat wieder geschaut. Eine Passantin fragt mich, was auf den Transparenten steht, sie könne es nicht erkennen – niemand kann es. Ich spreche über die Schultern der Polizisten hinweg ein älteres Pärchen an, will sie auf die Situation aufmerksam machen. Der Polizist neben mir dreht sich zu ihnen um. Dann laufen sie weg. Er grinst mich an. Gleich klatsch ich ihm eine.
Die Demo stoppt, die Demo geht, die Demo stoppt. Eng werden die Straßen, ermüdend die Stimmung. „Ihr bestimmt hier gar nichts“, höre ich den Polizisten neben mir sagen. Ich dreh gleich durch, ich muss hier raus. Der Bulle neben mir lässt mich nicht gehen, ich gerate außer Kontrolle…“

Samstag, 17 Uhr, Schwabentor. Diesmal geraten wir außer Kontrolle – „Out of control“ heißt das noch junge Konzept. Zur eigentlichen Demo hinzu organisieren sich Personen und Gruppen, die außerhalb der Demo mit Gesprächen, Informationen und Aktionen das eigentliche Ziel, der Vermittlung politischer Inhalte verfolgen. Damit verbunden ist der Aufruf zur Selbstorganisation. Sprecht euch mit euren FreundInnen ab, bildet Bezugsgruppen und denkt euch was aus. Seid kreativ. Es muss ja nicht immer nur die „Rebel Clowns Army“ sein.
Taktisch erweitert die Organisation in Gruppen den Radius der Demonstration, was eine umschließende Kontrolle des Raumes, wie sie mittlerweile üblich ist, erschwert oder sogar verhindert. Zudem bleiben die Gruppen ein ständiger Unruheherd.
Wird die Demo gestoppt, gekesselt oder sonstwie drangsaliert, gilt es für diejenigen, die nicht betroffen sind, koordiniert zu handeln und mit ihren Aktionen die Polizeimaßnahmen in andere Stadtteile zu verlegen und somit zu erschweren. Bei einer erzwungenen Auflösung der Demo sorgen die Kleingruppen dafür, dass die politischen Inhalte trotzdem auf die Straßen gebracht werden können.

Get out of contol – let’s do it together!